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|steigende CO2-Konzentration & Dürre – wie passt das zusammen?| …Wechselwirkungen zwischen zwei Klimafaktoren.

Dass die CO2-Konzentration jährlich weiter zunimmt ist kein Geheimnis, aber das die anhaltende Dürre weit mehr Einfluss auf die CO2-Produktion hat, war bisher unbekannt. Ausgehend von einer neueren Studie (Artikel von der ETH-Zürich ethz.ch/Dürre erhöht die CO₂-Konzentration in der Luft) wird aufgezeigt, dass trockene Jahre wesentlich mehr zur CO2-Produktion beitragen als nasse Jahre. Der Grund dafür ist relativ einfach. Bei anhaltender Trockenheit reduzieren die Pflanzen ihre Photosynthese (reduzierte Aktivität zur Schonung des pflanzlichen Wasserhaushalts & des Gewebes), das heißt es wird weniger CO2 aus der Luft gebunden. Somit verbleibt mehr CO2 in der Luft und beschleunigt dementsprechend die anderen, menschlichen CO2-Quellen. In nassen Jahren wird genau das Gegenteil erreicht. Die Pflanzen sind aktiver und können mehr CO2 aufnehmen.

Wie stark die Wechselwirkung zwischen zwei Faktoren sein kann, zeigt die diesjährige Dürre, die im Endeffekt auch nur eine Antwort auf steigende CO2-Werte ist. Diese Beziehung könnte auch ein Anzeichen für das Erreichen eines sogenannten Kipppunktes im Klima sein. Mit anderen Worten, beide Faktoren beeinflussen sich gegenseitig mit immer größerem Tempo. Als Folge ergibt sich eine beschleunigte CO2-Erhöhung, eine schnellere Erderwärumg & dementsprechend auch weitaus größere Klimaschäden. Ist dieser Punkt erst einmal erreicht, kann man deren Folgen nicht mehr umkehren.

Um dieses Thema ein wenig greifbarer machen zu machen, werfen wir einen Blick auf den aktuellen Stand der CO2-Werte & deren Entwicklung in Deutschland aber auch in Cottbus selbst. Dafür steht nachfolgend die Grafik der Kohlendioxid-Konzentration (CO2) im Monatsmittel ausgewählter Stationen.

Seit den 1970ziger Jahren ist auch in Deutschland (Zugspitze & Schauinsland) eine stetig steigende CO2-Kurve zu beobachten. Aktuell befindet sich der Wert bei 405-410 ppm (2017). Steigt jetzt die Anzahl der prognostizierten Dürren, so könnte auch der CO2-Anstieg ungehindert weiter gehen. Das wiederum hätte die Folge, dass das Klimaziel, den Anstieg der globalen Jahresmitteltemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts unter 2 Grad (besser wären 1,5 Grad) zu halten, kaum gerecht werden könnte. Auch hier könnten weitere Kipppunkte eintreten. Beispiele wie den Anstieg des Meeresspiegels durch Schmelzen der Gletscher (Grönlandeis), Versauerung der Meere, Verminderung der Biodiversität etc. gibt es reichlich.


Quelle: umweltbundesamt.de/Atmosphärische Treibhausgas-Konzentrationen

Wer sich jetzt unmittelbar für die CO2-Werte aus Cottbus interessiert, dem seien die (Wetter-)Daten der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) empfohlen. Die Universität betreibt auf dem Cottbuser Campus eine Wetterstation mit zahlreichen Parametern. Darunter auch eine Messung des  CO2-Gehalts der Luft. Hier ist allerdings Vorsicht angebracht! Um den Verunreinigungen durch Abgase, Holzöfen, Industrieverunreinigungen oder auch dem einfachen Verbrennen von Laub zuvor zu kommen, wird überlicherweise auf Bergen gemessen. Daher ist der Wert aus Cottbus nur eine Näherungslösung und kann nicht 1:1 übernommen werden. Die Anzeige der BTU zeigt außerdem einen Momentanwert, das heißt diese Daten unterliegen relativ großen, tagesbedingten Schwankungen. Auch hier macht es Sinn, die gemittelten Monatswerte heranzuziehen.

Ein Beispiel für die  CO2-Aufzeichnung (rote Linie) an der BTU zeigt die nachfolgende Abbildung der letzten Woche. Aktuelle CO2-Werte findet man unter 141.43.41.180/Messwerte CO2

Die rote Linie zeigt wie stark die CO2-Werte schwanken. Je nach Wetterlage, Windrichtung und Temperatur kommt es zu mehr oder weniger starken Ausstoß von CO2. Grob gemittelt ergibt sich auch hier ein 7-Tages Wert von 420-440 ppm. Wie oben schon beschrieben, spielt hier die städtische CO2-Produktion eine große Rolle.


Quelle: 141.43.41.180/ Wetterstation BTU Cottbus-Senftenberg AG Angewandte Physik / Thermische Nutzung der Solarenergie

Weitere Informationen gibt es auch unter mlul.brandenburg.de/Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg/Immissionsschutz

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