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|offizielle Klimaperiode 1961-1990 endet bald| ..wie könnten die Zahlen des neuen Klimazeitraums von 1991-2020 aussehen? Ein vorläufiger Überblick.

Die bisher verwendete, offizielle Klimaperiode von 1961-1990 läuft bald aus. Das heißt, der Vergleichswert für heutige Wetterdaten wird sich ab Januar 2021 auf den neuen Bezugszeitraum 1991-2020 beziehen. Macht das überhaupt ein Unterschied? Ist es nur für die Wetterstatistiken interessant? Nein, den die neue Klimaperiode wird um einiges wärmer sein! Schauen wir uns ausgewählte Beispiele für Cottbus genauer an.

Die folgenden Daten & Übersichten sind natürlich nur vorläufig. Noch fehlt ein komplettes Jahr zur Vervollständigung. Aber der grobe Trend steht, die Daten werden sich nur noch wenig ändern. Es bleiben trotz allem erschreckende Zahlen.

1| Mittelwerte ausgewählter Wetterparameter in verschiedenen Bezugszeiträumen.

Es mag jetzt subjektiv erscheinen, Parameter ausgewählt zu haben, in denen der Unterschied enorm hoch ist. Das könnte zur Verzerrung der Wahrnehmung des Klimawandels führen, bestätigt aber nur einmal mehr, wie stark uns Klimawandel schon jetzt betrifft.

Die Jahresdurchschnittstemperatur wird sich vorraussichtlich um etwa 1,1 Grad erhöhen. Noch deutlicher sieht man den Anstieg der Mitteltemperatur am Beispiel der Jahrestemperatursumme, also der Summe aller Tagesmittelwerte. Diesen Wert kann man schlecht umrechnen, aber sowohl 2018 als auch 2019 stellen in diesem Bereich neue Rekorde auf. Der Jahresniederschlag bleibt relativ konstant. Hier verschieben sich lediglich die Zeiten des Niederschlags und deren Intensität in den Monaten (siehe Klimadiagramm unten). Eine deutliche Zunahme gibt es allerdings bei den Jahressonnenstunden. Hier steigt der Jahreswert um fast 100 Stunden Sonne pro Jahr an. Auch bei den meteorologischen Kenntagen ist der Trend der Erwärmung markant spürbar. Sowohl Hitzetage (ein Plus von ca. 4-5 Tage) als auch die Sommetage (ein Plus von ca. 9-10 Tage) zeigen konsequent in eine ansteigende Richtung. Wird es wärmer, nehmen logischerweise die Eistage, sowie die Schneedeckentage deutlich ab. So wird es in der neuen Klimaperiode etwa 5 bis 6 Tage weniger Dauerfrost zu verzeichnen geben. Gleiches gilt für die Schneedecke. Hier liegt die Abnahme der Tage bei ca. 11 bis 13 Tagen. 


Abb. 1 …Veränderungen der Klimawerte an ausgewählten Beispielen.

2| Neues, vorläufiges Klimadiagramm für den Standort Cottbus.

Setzt man die oben genannten Zahlen in das neue, vorläufige Klimadiagramm ein, so ergibt sich folgendes Bild. Wie angesprochen eine Zunahme der Durchschnittstemperatur von 1,1 Grad, bei konstanten Jahresniederschlägen. Neu ist allerdings, dass sich die Anstiege der Temperatur unterschiedlich stark auf die einzelnen Monate auswirken.

Vor allem Januar & Februar, sowie das gesamte Frühjahr und nocheinmal Juli und August mit einem Anstieg der Durchschnittstemperatur von 1,2 bis 1,7 Grad. Mit anderen Worten, der Winter wird immer weniger bzw. harmloser, das Frühjahr beginnt zum einem immer früher und geht meist nach wenigen Tagen in den Frühsommer über (wenn überhaupt noch ein klassischer Frühling stattfindet). Im Herbst sind die Anstiege der Durchschnittstemperaturen am geringsten. Allerdings liegen sie mit +0,2 bis +0,6 Grad auch hier im Rahmen eines moderaten Klimawandels.

Bei den Monatsniederschlägen ergibt sich ebenfalls ein differenziertes Bild. Der Winter, in dem Fall Januar bis März, werden nasser. In Kombination mit den ansteigenden Temperaturen wird es vermutlich öfter zu Hochwassersituationen kommen. Schnee wird dagegen eine immer seltenere Rolle spielen. Das Frühjahr/Frühsommer (April bis Juni) wird im Durchschnitt trockener ausfallen. Ganz besonders trifft das auf die Monate April und Juni zu. Der Juli zeigt dafür Anzeichen von Extremniederschlägen/Gewitterregen/Wolkenbrüche. August und September sind dann wieder trockener. Oktober und November zeigen minimal, erhöhte Monatsniederschläge an. Mit Abnahme der Sommerniederschläge und Zunahme der Extremniederschläge (Kombination aus glücklichen Schauertreffer & langanhaltender Trockenheit) steigt auch die Waldbrandgefahr deutlich an. Bleiben die Winterniederschläge aus, können die Sommer ausfallen wie 2018 oder 2019.


Abb. 2 …Klimadiagramm mit den bisherigen Daten aus 1991-2020.

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