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|Agrarwetter, Böden & Trockenheit| …Übersicht der Bodenfeuchte unter Gras bei sandigem Lehm zwischen 0 und 60 cm. Zusätzlicher Schwerpunkt mit den Jahren 2018 bis 2020.

Eine etwas sperrige Überschrift, heißt aber nichts anderes, als dass die Feuchtigkeit des Bodens angezeigt wird. Der hier dargestellte Wert zeigt die Feuchtigkeit als Mittelwert der Bodenschichten von 0 bis 60cm Tiefe. Gemessen wird der Wert in Prozent der nutzbaren Feldkapazität (%nFK).

1| Bodenfeuchte unter Gras bei sandigem Lehm zwischen 0 und 60cm

Die folgende Abbildung zeigt den Verlauf der täglichen Absolutwerte seit Messbeginn im Jahr 1991. Die nutzbare Feldkapazität beschreibt den Anteil des Haftwassers der für die Pflanzen im Boden zur Verfügung steht bzw. was durch die Wurzeln entrissen werden kann. Unterschiedliche Bodenarten weisen auch unterschiedliche Werte auf. Für die Lausitz sind allerdings die Werte bei sandigem Lehm entscheidend. Oder anders gesagt, bei 100%nFK sind die Böden nicht vollständig gesättigt, einfach weil in verschiedenen Porengrößen noch Luft vorhanden ist. Somit könnte bei fallenden Niederschlägen weiteres Wasser aufgenommen werden.

Die Daten wurden so zusammengefügt, dass eine Übersicht der Jahre 1991 bis Heute entsteht. Anhand des Mittelwertes ergibt sich folgende Kurve. Das Jahr startet mit einem hohen Prozentsatz der nutzbaren Feldkapazität (vorwiegend durch Winterniederschläge, Schnee) sinkt dann kontinuierlich bis etwa Juli. Wichtig ist hier eigentlich das vorhandene Wasser für ein gesundes Pflanzenwachstum in der Kernphase des Wachstums (etwa von März bis Juli). Gewitterniederschläge sollten die Böden wieder mit Wasser füllen, bis dann ab Herbst die Feuchtigkeit durch verkürzte Tage, sinkenden Sonnenstand und zusätzliche Nebelnässe führ einen allgemeinen Anstieg des Mittelwertes sorgen.

Abb. 1 …Bodenfeuchte unter Gras bei sandigem Lehm zwischen 0 und 60cm

2|Bodenfeuchte unter Gras bei sandigem Lehm zwischen 0 und 60cm; Schwerpunkt der Jahre 2018 bis 2020

Allerdings ändert sich die bekannte Vorstellung der Kurve in den letzten Jahren deutlich. So fehlen die Winterschläge und dementsprechend startet das Jahr mit viel weniger Nässe in den Böden als Normal. Kommt ein heißer und trockener Sommer dazu (wie 2018 bis 2020) dann fehlen logischerweise auch hier die Reserven aus dem Winter. Die Folge wäre ein katastrophaler Einbruch über den Spätsommer, Herbst bis zum kommenden Winter (siehe schwarz, gestrichelte Kurze als Mittelwert der Jahre 2018 bis 2020).

Fallen dann die Niederschläge auch noch als Starkregen, was laut Klimawandel der Fall sein wird, dann sinkt noch weniger Wasser langsam in die Böden. Das hat wiederum zur Folge, dass sich das Grundwasser noch viel langsamer erholen kann und das schon spärlich vorhandene Wasser noch knapper wird. Kommt dann zu allem Überfluss auch noch das Abpumpen des sauberen Tiefenwassers hinzu, dann sehen die Prognosen für die Böden, die Pflanzen und letztendlich auch das Trinkwasser sehr bedenklich aus.

Das Jahr 2020 startet schon mit einem deutlichen Defizit. Die Winterniederschläge fielen weitgehend aus bzw. konnten nicht das schon vorhandene Defizit komplett ausfüllen. Im Frühjahr ging es kurzzeitig etwas nach oben, bevor die Werte immer am unteren Rand oder eben auch oft darunter lagen. Erst der Dauerregen Ende August führte zu einer deutlichen Erholung der Feuchtesituation im Boden. Aber auch hier wird das nicht von langer Dauer sein.


Abb. 2 …Bodenfeuchte unter Gras bei sandigem Lehm zwischen 0 und 60cm

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