Wetterdaten & Rekorde

|Klassisches Vb-Tief auf ungewöhnlicher Zugbahn| …dazu verbreitet Dauerregen. Herbstwetter.

In den letzten Stunden und Tagen gab es verbreitet kräftigen Regen in der Lausitz. Bei der anhaltenden Trockenheit war es nebensächlich woher der Niederschlag kam, hauptsache es regnete. Aber grade diese Entwicklung verdient eine größere Aufmerksamkeit. 

Wir hatten es in den letzten 2 Tagen mit einer klassischen Vb-Wetterlage zutun. Aber halt, klassische Vb-Wetterlage würde ja bedeuten, dass das Tiefdruckgebiet von Österreich über Bayern und Tschechien ins südwestliche Polen ziehen müsste? Ja das stimmt, aber diesmal entschied sich das Tiefdruckgebiet für einen anderen Weg.

Das Tief kam diesmal von Südwestpolen, zog mit seinem Kern weiter nach Nordostbrandenburg/Mecklenburg Vorpommern, weiter quer über den Norden Deutschlands, um dann sich dann über Nordrhein Westfalen und Belgien wieder langsam aufzufüllen.


Quelle: kachelmannwetter.com/de

Dementsprechend gab es auch die klassischen Merkmale eines Vb-Tiefs. So zog zuerst der Warnfrontregen auf, erkennbar am kompakten Dauerregen, der bis zum frühen Nachmittag anhielt. Nordseitig des Tiefkerns gab es mit 16 bis 18 Grad deutlich höhere Temperaturwerte als im Lausitzer Dauerregen bei nur 8 Grad. Mit Durchzug des Tiefkerns klarte es zudem auch kurzzeitig auf, so dass die Temperaturen bis auf 2 Grad sanken (Beispiel Klettwitz mit 1,7 Grad). Danach setzte von Osten ein erneuter Temperaturanstieg ein (siehe Abb. unten).


Quelle: kachelmannwetter.com/de/Mesoanalyse 2m Temperatur

Das Wichtigste war aber der anhaltende Niederschlag. So fielen in den letzten 48 Stunden (siehe Abb. unten) verbreitet mehr als 20 bis 25 mm an Niederschlag. In Ostsachsen und im östlichen Spree-Neiße Kreis auch bis zu 50 mm (zB. Boxberg mit 50,5 mm) an Niederschlag. Der Dauerregen war mitunter auch schauerartig verstärkt. Auch die Pegel an der Spree, Schwarzen Elster und der Lausitzer Neiße reagiert dementsprechend. Die Anstiege des Wasserstands betrugen zwischen 0,5 und 1 Meter.

Besonders interessant waren diesmal die Ost bis Nordosthänge der Berge. Durch die ungewöhnliche Zugbahn kam es hier zu Stauniederschlägen. So gab es zum Beispiel an der Königshainer Bergen mit 57,0 mm schon etwas mehr Niederschlag zu beobachten (Station Reichenbach/OL).

Quelle: kachelmannwetter.com/de

Für die Natur, die Böden und Flüsse war der Dauerregen ein Segen. Die oberflächige Trockenheit konnte daher erst einmal gelindert werden. In tieferen Bodenschichten sieht das allerdings noch nicht ganz so gut aus. Hier merkt man die Trockenheit noch deutlich an.

2 Kommentare

  1. Ja das ist eine gute Frage. Klassisch bedeutet, wenn a| die Zugbahn stimmt und wenn b| die dazugehörigen Wetterbedingungen/vorgänge auftreten.

    a|Die Entstehung beginnt damit, dass kalte Luft aus Norden in den noch warmen Golf von Genua strömt. Es wird genügend Energie frei, das sich ein „Genuatief“ bilden kann. Dieses Tief saugt sich mit reichlich Wasser voll und wandert dann langsam nach Norden, überquert Norditalien, die Alpen, Südostbayern oder eben auch Österreich/Tschechien. Im weiteren Verlauf auch Sachsen, die Lausitz oder weiter östlich Südwestpolen. Je mehr es nach Norden voran kommt, desto mehr füllt es sich auf und verliert an Stärke.

    b|Wenn das Tief von Süden aufzieht dann ist es zumeist mit viel Regen und ansteigenden Temperaturen verknüpft. Der typische Warmfrontregen hält mitunter auch länger an. Mit Annäherung des Tiefkerns wird es langsam kälter. Ist der Kern dann nördlich des Standortes, dreht der Wind zurück auf Nord bis Nordost. Das heißt, nach kurzer Wetterberuhigung kommt der Niederschlag zurück. So war es auch im August 2002, in dem Niederschlag förmlich am Erzgebirge ausgedrückt wurde.

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